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02. März 2022

Feministisch, sozial, inklusiv!

Für Deutschlandstipendiatin Anais Schicht ist ihr Engagement eine Herzensangelegenheit.


Zwei junge Frauen sitzen in einem Seminarsaal auf dem Boden, die linke Frau hält ein aufgeschlagenes Buch in der Hand. Beide lachen.
Foto: Antje Müller Anais Schicht (re.) ist froh, ihr soziales Engagement neben ihrem Studium fortsetzen zu können. Das Deutschlandstipendium unterstützt sie dabei.
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Seit zehn Jahren beteiligt sich die Hochschule Zittau/Görlitz am Programm der Deutschlandstipendien. Zum Wintersemester 2021/2022 konnten an unserer Hochschule 15 Stipendien an Studierende aus verschiedenen Studiengängen vergeben werden.

Wie sind die Stipendiatinnen und Stipendiaten auf das Deutschlandstipendium aufmerksam geworden? Wie haben sie sich dafür qualifiziert? Wie bereichert es ihren Studierendenalltag?

Hier berichten sie über ihr Leben als Stipendien-Träger*innen.

Anais Schicht, aufgewachsen in Dresden, studiert Soziale Arbeit an der Hochschule Zittau/Görlitz. Ihre Begeisterung dafür, sich für andere Menschen einzusetzen und diese auch beruflich zu realisieren, entsteht während ihres Auslandsaufenthalts in Peru: „Ich habe ein Jahr lang in den Anden in einem Kulturzentrum gearbeitet – dabei ist auch der Gedanke gewachsen Soziale Arbeit zu studieren“ erzählt sie im Interview. Auch in Indien, Sri Lanka und durch ein Freies Soziales Jahr lernt sie viele Menschen kennen und kommt so ihrer Berufung näher. „Im FSJ habe ich Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren, die aus prekären Verhältnissen kamen, nach der Schule und dem Kindergarten betreut. Ich habe ihnen bei der Bearbeitung von Hausaufgaben geholfen, bei der Vorbereitung vom Mittagessen und auch bei Sport- und Ferienangeboten unterstützt“. Zwischendurch übernimmt Anais dabei sogar eine eigene Gruppe und gibt Nachhilfe in Mathe und Englisch.

Zur Hochschule Zittau/Görlitz kommt sie durch die Empfehlung eines Freundes. Auch während ihres Studiums setzt sie sich dabei im Rahmen ihres Praxissemesters sozial ein. So erzählt sie: „Ich habe mich danach umgeschaut, vor allem mit Menschen mit Migrationsbiografie zusammenzuarbeiten. Durch die Welle an geflüchteten Personen 2015 habe ich damals schon Deutschnachhilfe gegeben, was auch dazu beigetragen hat, dass ich mich für Soziale Arbeit entschieden habe. Deshalb habe ich mich in meinem ersten Praktikum mit Streetwork beschäftigt. Da war es dann auch so, dass es viele Jugendliche gab, die eine Migrations- oder Fluchtbiografie hatten. In meinem zweiten Praktikum habe ich dann in der Stadtverwaltung Cottbus im Bereich Bildung und Integration gearbeitet“.

Doch auch weitere Projekte unterstützt Anais tatkräftig neben ihrem Studium: „Ich bin ein Mitglied bei feministisches*forum. Das ist eine feministische Initiative in Görlitz, die es jetzt auch schon seit fast fünf Jahren gibt. Letztes Jahr haben wir einen FLINTA-Raum eröffnet, also eine Co-Working-Space für Frauen, Lesben, Inter- und Transpersonen. Darüber hinaus bieten wir auch verschiedene Veranstaltungen an, wie zum Beispiel ‚Grund Genug‘ – eine Veranstaltungsreihe, die sich mit Demokratie, Engagement und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinandergesetzt hat, zu der wir auch berühmte Gastreferent:innen wie Andreas Kemper, Sookee oder das PENG Kollektiv eingeladen haben“. Auch beim Foodsharing – einer Initiative gegen Lebensmittelverschwendung – ist Anais seit zwei Jahren aktiv. Nebenbei half sie ebenfalls bei dem Verein „Frauen gestalten Welten“ in Görlitz aus und setzte sich dort für geflüchtete Frauen ein. Weiterhin greift sie dem Geflüchteten Netzwerk in Cottbus, das sie durch ihr Praktikum kennenlernte, unter die Arme. Doch auch an der Hochschule selbst leistet sie ihren Beitrag durch die Unterstützung des Prüfungsausschusses.

Momentan setzt Anais ihren Fokus darauf, ihre Bachelorarbeit zu schreiben. Im Interview erzählt sie, wie ihr das Deutschlandstipendium dabei hilft, ihr Ehrenamt und ihr soziales Engagement nebenbei wie gewohnt fortsetzen zu können.

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„Das Deutschlandstipendium ermöglicht mir diese ehrenamtlichen Arbeiten weiterführen zu können, ohne dass ich mir Gedanken um finanzielle Schwierigkeiten machen muss. Einerseits fühlt es sich ein bisschen wie eine Wertschätzung an und andererseits bin ich auch sehr dankbar dafür, dass ich damit in der Lage bin, die Zeit, die ich sonst für einen Job aufbringen müsste, stattdessen weiter in mein Ehrenamt zu investieren.“

Anais Schicht, Deutschlandstipendiatin und Studentin Soziale Arbeit

Text: Louisa Marko

Ihre Ansprechperson

Foto: M.A. Cornelia Rothe
M.A.
Cornelia Rothe
Stabsstelle Hochschulentwicklung und Kommunikation
Standort 02763 Zittau
Theodor-Körner-Allee 16
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