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BNE anders denken: Relationale Ansätze auf der ECER 2026
Unter dem Leitthema „Knowing and Acting – The Changing Potentials and Conditions of Education Research“ brachte die European Conference on Educational Research (ECER) 2026 letzte Woche fast 4.000 internationale Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen in Tampere, Finnland, zusammen. Die Keynotes von Radhika Gorur und Pigga Keskitalo betonten, dass Wissen immer situiert, kontingent und umkämpft ist, und erleuchteten die enge Wechselwirkung zwischen Prozessen des Wissens und Handelns. Beide hoben hervor, dass marginalisierte Formen des Wissens und Seins notwendig sind, um alternative Denk- und Handlungswege zu eröffnen – besonders in Zeiten sozialökologischen Polykrisen.
Erfreulicherweise, resonierten die zentralen Themen der Konferenz mit zwei unserer aktuellen Forschungsvorhaben, insbesondere dem Projekt LONAVE und dem international ausgerichteten Projekt „Off the beaten paths: Critical perspectives on ESD“ (zusammen mit Prof.in Maria Kondratjuk, PH Ludwigsburg). LONAVE untersucht die Bedeutung, Umsetzung und Weiterentwicklung von BNE an Bildungseinrichtungen in ländlichen Räumen, mit einem besonderen Fokus auf soziale Netzwerke innerhalb und zwischen Institutionen und Akteur:innen. Im Projekt „Off the beaten paths: Critical perspectives on ESD“ bringen wir Akteurinnen der Bildungspolitik, Wissenschaft und Praxis zusammen, um ihren Frust über dominante BNE-Diskurse zu artikulieren und gemeinsam über Alternativen nachzudenken.
Aus den Projekterfahrungen heraus haben wir zwei Workshops eingereicht, die beide angenommen wurden, mit sehr hohem Ranking. Die Workshops bauten auf einer kritischen Perspektive auf den Mainstream-Diskurs der BNE auf, der Nachhaltigkeit und Pädagogik häufig zu linear, zu simpel und zu managerial denkt. Im ersten Workshop präsentierten wir drei Forschungsansätze, die einen Fokus auf Relationalität, Situiertheit und Machtfragen im Forschungs- oder Praxisfeld ermöglichen: qualitative soziale Netzwerkanalyse, Situationsanalyse und generative Zielgruppengenerierung. Der zweite Workshop bot Raum für vertiefte Diskussionen über zentrale Spannungsfelder in der BNE-Praxis und -Forschung. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Erfahrungen, Fragen, Frustrationen und Unsicherheiten einzubringen.
Die Konferenz eröffnete zahlreiche Gelegenheiten für Impulse, Austausch und Vernetzung und zeigte, wie relevant Bildungswissenschaft und Praxis auch am östlichsten Rand Deutschlands für aktuelle Debatten und Diskurse sind.
Autorinnen: Dr. Rachel Bowden und Prof.in Dr. Mandy Schulze
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