Forschung

Entwicklung eines Handlungsleitfaden zur Umsetzung des Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrages während einer Pandemie

Laufzeit: 15.11.2020-30.06.2021

Ausgangssituation: Die Covid19-Pandemie stellt alle gesellschaftlichen Bereiche vor große Herausforderungen. Kindertageseinrichtungen stehen dabei vor der Aufgabe auch unter Bedingungen der Pandemie auf qualitativ hohem Niveau pädagogisch zu handeln, um nicht nur den Betreuungsanspruch der Eltern, sondern auch das Recht der Kinder auf qualitativ hochwertige Bildung und Erziehung, umzusetzen. Unter Berücksichtigung bereits vorliegender empirischer Studien und Empfehlungen der Bundesländer zum Umgang mit der Covid19-Pandemie in Kindertageseinrichtungen, werden die besonderen regionalen Bedingungen und Bedarfe in Sachsen analysiert.

Frage-/Zielstellung: Ziel ist es, Bedingungen und Handlungsstrategien zur Umsetzung des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrages in Kindertageseinrichtungen und -tagespflege während und in Folge der Covid19-Pandemie zu benennen und davon ausgehend einen Handlungsleitfaden für die pädagogische Arbeit in Pandemiesituationen für sächsische Kindertageseinrichtungen vorzulegen. 

Vorgehen: Dem Forschungsparadigma der Aktions- oder Handlungsforschung folgend, werden Abläufe in sächsischen Kindertageseinrichtungen analysiert. Dafür werden in Expert*innenworkshops mit pädagogischen Fachkräften von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen Erfahrungen diskutiert. 

Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Zittau/Görlitz mit der Evangelischen Hochschule Dresden.
Projektleitung: Prof. Dr. habil. Andrea G. Eckhardt (HSZG) & Prof. Ivonne Zill-Sahm (EHS)

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK)

Seit rund eineinhalb Jahrzehnten befindet sich das deutsche Früherziehungssystem in einem bemerkenswerten Umbau. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab Mitte der 1990er Jahre kann hier als Initialzündung betrachtet werden. Mit dem im Jahr 2005 in Kraft getretenen TAG (Tagesbetreuungsausbaugesetz) wurde ein Quasi- Rechtsanspruch auf einen Platz (Kindertageseinrichtung bzw. Kindertagespflegestelle) auch für unter Dreijährige in bestimmten Familienkonstellationen festgeschrieben.

Das im Jahr 2008 verabschiedete KiFöG (Kinderförderungsgesetz) erweitert diesen Rechtsanspruch auf alle Kinder im Alter von 1 bis unter 3 Jahren ab dem Jahr 2013.

Allerdings ist die Umsetzung mit vielfältigen offenen Fragen verbunden. Zentral geht es dabei um die pädagogische, bildungsfördernde und familiengerechte Qualität der öffentlich verantworteten Angebote für Kinder und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen. Aktuell wie auch in den kommenden Jahren werden neue Weichenstellungen in pädagogisch-praktischer, organisatorischer und fachpolitischer Hinsicht erforderlich.

Dabei fehlt in Deutschland wie kaum in einem anderen hochentwickelten Land das empirische Grundlagenwissen zum Einfluss der verschiedenen Bildungs- und Betreuungsformen und den moderierenden Faktoren für eine gelingende kindliche Entwicklung und Bildung. Solches Wissen ist aber erforderlich, um Effekte der verschiedensten Art für Kinder und Familien abschätzen und Verbesserungen gezielt anregen zu können.

Abschlussbericht zur NUBBEK-Studie

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