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01. April 2020

"Da gibt es noch einiges zu tun"

Neuberufung: Dr. phil. Torsten Linke ist Landmaschinenmechaniker und Professor. Seit März 2020 – und somit ganz neu an unserer HSZG – lehrt er im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit am Standort Görlitz.


Prof. Linke steht vor einem Gemälde im Haus I der HSZG. Er trägt einen dunkelblauen Anzug und guckt stolz in die Kamera. Er wurde am 1.3.20 an die HSZG berufen.
Foto: Sven Müller, Bearbeitung: Sophie Herwig Prof. Dr. Linke ist einer der Neuen an der HSZG. Seit Anfang März lehrt er am Standort Görlitz.

Dr. phil. Torsten Linke ist Landmaschinenmechaniker und Professor. Seit März 2020 – und somit ganz neu an unserer HSZG – lehrt er im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit am Standort Görlitz. Mit seinen Berufungsgebieten Soziale Einzelfallhilfe, Berufsethik und Sozialmanagement passt er da auch gut hin.

Geboren 1972 in Eisenach, im Westen Thüringens, wuchs Linke in der ehemaligen DDR auf – machte seinen Schulabschluss an der Polytechnischen Oberschule. Dann kam die politische Wende und für Linke war die Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker ein vorgegebener Lebensweg. Erst als er von 2000 bis 2001 als gewerblich-technischer Ausbilder arbeitete, kam er mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen in Kontakt und damit seiner wahren Berufung näher. „Da habe ich gemerkt, dass es noch einiges zu tun gibt“, sagt Linke. Damals wurde er durch die Arbeit mit den Jugendlichen mit deren sozialen Problemen und unterschiedlichsten Lebenswelten konfrontiert.

Davon geprägt, studierte Linke ab 2002 an der Hochschule Merseburg im Diplomstudiengang Sozialarbeit/Sozialpädagogik. „Um Probleme anzugehen und zu lösen, bedarf es einer praktischen Kompetenz“, sagt Linke. „Soziale Arbeit ist eine praktische Arbeit – wäre ich immer nur im akademischen Bereich tätig gewesen, hätte ich wertvolle Erfahrungen nicht gemacht, die mir heute in meiner Arbeit helfen.“ Während seiner Studienzeit war er zwei Jahre in der stationären Jugendhilfe in Leipzig tätig. Der Diplom-Sozialpädagoge schloss 2007 sein Studium ab. Und Linke begann seine Tätigkeit in der ambulanten Jugendhilfe in Leipzig. Dort arbeitete er bis 2014 als Sozialarbeiter und Teamleiter.

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Dr. phil. Torsten Linke:

„Soziale Arbeit ist eine praktische Arbeit – wäre ich immer nur im akademischen Bereich tätig gewesen, hätte ich wertvolle Erfahrungen nicht gemacht, die mir heute in meiner Arbeit helfen.“

Der Hochschule Merseburg blieb er treu und begann 2010 sein Teilzeit-Masterstudium im Fach Angewandte Sexualwissenschaft. Für die beste Masterarbeit am Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur erhielt Linke 2013 zum Ende seines Studiums eine Auszeichnung.

Bis 2016 unterrichtete Linke an seiner Stamm-Hoschule in Merseburg: er war Lehrkraft für besondere Aufgaben und lehrte in den BA-Studiengängen Soziale Arbeit und Kultur- und Medienpädagogik. Von 2016 bis 2020 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF geförderten Forschungsprojekt "Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung" in Merseburg tätig. Nebenbei widmete er sich seiner Promotion an der Universität Kassel. Bewertet mit summa cum laude, wurde Linkes Dissertation zum Thema „Sexuelle Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe“ kürzlich im Psychosozial-Verlag veröffentlicht. Seit Anfang März 2020 ist Linke nun Professor an der HSZG. Ein Glück, dass Dr. phil. Torsten Linke gerne wandert. Dann bleibt er hoffentlich auch noch eine ganze Weile. Denn Berge haben wir hier, im Dreiländereck. Ein herzliches Willkommen!

Lebenslauf und Publikationen

  • 2015-2019: Promotion Universität Kassel, FB Humanwissenschaften im Fach Soziale Arbeit; Thema: „Sexuelle Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe“, Bewertung: summa cum laude
  • 2002-2007: Diplom-Studium Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Hochschule Merseburg
  • 2010-2013: Teilzeit-Masterstudium Angewandte Sexualwissenschaft, Hochschule Merseburg,
  • 1989-1998: Schulabschluss Polytechnische Oberschule, Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und Fachschule zum Staatlich geprüftem Techniker für Maschinentechnik mit Prüfung zur Fachhochschulreife   
  • 2016-2020: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung" im Rahmen der Förderlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen", Hochschule Merseburg
  • 2016-2020: Lehraufträge in den Studiengängen BA Soziale Arbeit und im Masterstudiengang Angewandte Sexualwissenschaft, Hochschule Merseburg
  • 2014-2016: Lehrkraft für besondere Aufgaben (LfbA), Lehre in den BA-Studiengängen Soziale Arbeit und Kultur und Medienpädagogik, Hochschule Merseburg, Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur
  • 2007-2014: Sozialarbeiter und Teamleiter im Bereich der ambulanten Erziehungshilfen in Leipzig
  • 2005-2007: Tätigkeit in der stationären Jugendhilfe in Leipzig
  • 2000-2001: Ausbilder in der gewerblich-technischen Ausbildung, Arbeit mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen
  • vorerst hauptsächlich Lehre im BA-Studiengang Soziale Arbeit am Standort Görlitz
  • Monographie:
    • Linke, Torsten (2020): Sexuelle Bildung in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Bedeutung von Vertrauenskonzepten Jugendlicher für das Sprechen über Sexualität in pädagogischen Kontexten. Gießen: Psychosozial-Verlag.
    • Linke, Torsten (2015): Sexualität und Familie. Möglichkeiten sexueller Bildung im Rahmen erzieherischer Hilfen. Gießen: Psychosozial-Verlag.
  • Herausgeberschaft:
    • Krolzik-Matthei, Katja; Linke, Torsten & Urban, Maria (Hrsg.) (in Erscheinung 2020). Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung. Herausforderungen für die Soziale Arbeit. Gießen: Psychosozial-Verlag.
  • Beiträge:
    • Linke, Torsten (2018): Sexualisierte Gewalt in der Familie. In: Retkowski, Alexandra; Treibel, Angelika & Tuider, Elisabeth (Hrsg.): Handbuch Sexualisierte Gewalt und pädagogische Kontexte. Theorie, Forschung, Praxis. Weinheim und Basel: Beltz Juventa. S. 398-406.
    • Linke, Torsten (2018): Arbeit mit Familien im Kontext sexualisierter Gewalt in der Kinder- und Jugendhilfe. In: Retkowski, Alexandra; Treibel, Angelika & Tuider, Elisabeth (Hrsg.): Handbuch Sexualisierte Gewalt und pädagogische Kontexte. Theorie, Forschung, Praxis. Weinheim und Basel: Beltz Juventa. S. 571-578.
    • Linke, Torsten & Krolzik-Matthei, Katja (2018): Familiäre Risikofaktoren sexualisierter Gewalt für Kinder- und Jugendliche. In: Klees, Esther & Kettritz, Torsten: Sexualisierte Gewalt durch Geschwister. Praxishandbuch für die pädagogische und psychologisch-psychiatrische Arbeit mit sexualisiert übergriffigen Kindern/Jugendlichen. Lengerich: Pabst-Verlag. S. 61-74.
    • Linke, Torsten & Voß, Heinz-Jürgen (2017): Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt im Kontext von Flucht. Sondierung und Handlungsempfehlungen. In: Sielert, Uwe; Marburger, Helga; Griese, Christiane (Hrsg.): Sexualität und Gender im Einwanderungsland. Berlin: de Gruyter. S. 143-158.
    • Linke, Torsten & Voß, Heinz-Jürgen (2018): Sexuelle Gesundheit und Migration: Theoretische Grundlagen für ein reflektiertes Verständnis. Fachzeitschrift DGfPI. Jahrgang 21, Heft 2, 2018. S. 122-135.
    • Linke, Torsten & Krolzik-Matthei, Katja (2018): "Da sind die Täter in Kontakt mit den Personen, die sie sexuell missbraucht haben" - Herausforderungen in der Sozialpädagogischen Familienhilfe beim Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Familie. Fachzeitschrift DGfPI. Jahrgang 21, Heft 2, 2018. S. 178-187.

 

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