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Alte und neue Grenz(überschreitung)en

29. Mär. 2018
Die 2004 neu gebaute Görlitzer Altstadtbrücke zwischen Görlitz auf deutscher und Zgorzelec auf polnischer Seite ist ein Symbol für ein zusammenwachsendes Europa.

Die 2004 neu gebaute Görlitzer Altstadtbrücke zwischen Görlitz auf deutscher und Zgorzelec auf polnischer Seite ist ein Symbol für ein zusammenwachsendes Europa.

Die Ringvorlesung* beschäftigt sich im Sommersemester 2018 mit dem ostmitteleuropäischen Raum und seinen Grenz(überschreitung)en in den letzten Jahrhunderten.

Anlass sind die vermeintlich neuen symbolischen Grenzen zwischen Ost und West, die den niedergerissenen alten politischen und militarisierten Grenzen der Nachkriegsordnung („Eiserner Vorhang“) folgten. Die Vorstellung der Jahre 1989/90 sowie 2004 (als die ersten acht ostmitteleuropäischen Länder der EU beitraten), dass nunmehr eine Epoche ungebrochener europäischer Integration, eines stetig zusammenwachsenden Kontinents beginnt, scheint sich spätestens seit 2008/2009 und verschärft seit dem Sommer 2015 als problematisch zu erweisen. Oder stimmt diese einfache Erzählung über ganz alte Trennungen, alte Mauern und deren offensichtliche Überwindung nach 1989 und 2004 gar nicht?

Die Ringvorlesung will sich diesem Problemkomplex in insgesamt acht Lesungen widmen und fragen: Welche Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen in Geschichte und Gegenwart ließen und lassen sich zwischen und innerhalb Ost- und Westeuropas beobachten? Welche Formen und Modi der wechselseitigen Wahrnehmung, Beeinflussung und Verhandlung wurden ausgeprägt? Was waren Gründe für Grenzziehungen, wie (un-)durchlässig waren diese und wie und warum wurden sie suspendiert, unterlaufen oder neue Grenzen gesetzt? Welche Transfers und Lernprozesse zwischen Ost und West fanden statt und werden heute –nicht zuletzt in konkreten regionalen/lokalen Projekten – realisiert? Welche Ansätze waren erfolgreich, welche eher nicht? Welche Zukunftsräume öffnen sich heute und absehbar?

Über diesen grundsätzlichen Problemhorizont hinaus beschäftigt sich die Vorlesungsreihe mit der konkreten regionalen Dimension. Die Hochschule Zittau/Görlitz ist in einem jahrhundertealten Grenzland beheimatet - im Dreiländereck zwischen Deutschland (Sachsen/Preußen), Polen und Tschechien (Böhmen). Für die Hochschule und die Region der Oberlausitz stellen sich daher besondere Fragen von Grenzen und Grenzüberschreitungen in Geschichte, Gegenwart und für die Zukunft, die in einigen Vorträgen zum Thema gemacht werden.

Die Vortragenden aus Deutschland, Polen und Tschechien werden sich aus historiographischer, geographischer und raumwissenschaftlicher wie sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive mit den Fragen von Grenzen und Grenzziehungen zwischen Ost und West auseinandersetzen. Ein Vortrag überschreitet ganz bewusst diese (sozialgeographische) Grenze. Herr Steffens (TU Dresden) wechselt die Perspektive und Frage nach der Bedeutung von Grenzen für (pädagogische) Inklusionsprozesse.

Die erste Ringvorlesung findet am 5. April von 16.15-17.45 Uhr, im Hörsaal 1.01 im Haus GI (Blue Box) statt. Sie widmet sich dem Thema "Intersubjektivität, Grenze und Alterität. Soziale Beziehungen in Wechselwirkung mit Kultur und Gesellschaft." Den Vortrag hält Dipl.-Paed. Jan Steffens (TU Dresden, Institut für Erziehungswissenschaften). 

Eine Überischt aller Vorträge finden Sie im Programm oder im Veranstaltungskalender der HSZG.

* Organisiert im Rahmen des Ost-West-Kollegs, das durch die Hochschule Zittau/Görlitz und das Institut für Kulturelle Infrastrukturen Sachsen, IKS getragen wird.


Kontakt:

Fakultät Sozialwissenschaften

Cornelia Müller

Mitarbeiterin im Master-Studiengang Management sozialen Wandels

Tel.: 03581 374-4274

Mail: c.mueller@hszg.de

Letzte Änderung:24. Februar 2017

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